„Wer mehr Arbeit fordert, verkennt die Wirklichkeit im Land“
Zu den aktuellen Reformvorschlägen für „Mehrarbeit“, die in der Bundesregierung diskutiert werden, erklärt der Landesvorsitzende der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Hennis Herbst:
„Die aktuellen Reformvorschläge, die SPD und CDU in der Bundesregierung diskutieren, gehen an der Lebensrealität der Menschen vorbei. Wenn Friedrich Merz und inzwischen leider auch Lars Klingbeil reflexartig „mehr Arbeit“ fordern, ignorieren sie die Fakten: Die geleisteten Arbeitsstunden liegen seit 1990 auf einem Höchststand. Die Behauptung, in Deutschland werde zu wenig gearbeitet, ist schlicht falsch und ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die jeden Morgen zu Schichtbeginn im Betrieb einstempeln.
Es ist richtig, dass das Ehegattensplitting abgeschafft wird. Um Beschäftigte – insbesondere Frauen – aus der ungewollten Teilzeit rauszuholen braucht es aber mehr Ganztagsplätze in den Kitas, am besten beitragsfrei wie bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Doch stattdessen setzt leider auch die SPD in der Bundesregierung auf Druck und Zwang. So wird mit der Abschaffung des Bürgergelds prekäre Beschäftigung weiter verfestigt, weil Betroffene unter dem Druck harter Sanktionen bis hin zur existenziellen Not in jede Arbeit gedrängt werden.
Und statt sich mit den Vermögenden und Überreichen anzulegen, jagen Merz und Klingbeil lieber der Chimäre angeblich „fauler“ Beschäftigter hinterher und verkennen dabei die Realität in Betrieben und Familien. Mit dem Anspruch ‚Sozialer Politik für dich‘, womit die SPD gerne wirbt, hat diese Politik nichts zu tun.“
de.statista.com/infografik/34695/entwicklung-der-tatsaechlich-geleisteten-arbeitszeit-in-deutschland/
