Peenemünde ist Mahnmal – kein Ort für neue Raketentests
Nach Berichten des Nordkuriers forscht das Unternehmen Polaris in Peenemünde an Raketenantrieben und Raumflugzeugen, die auch militärisch genutzt werden sollen. Zu den Auftraggebern zählt offenbar auch die Bundeswehr. Dazu erklärt der Landesvorsitzende der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Hennis Herbst:
„Vor dem historischen Hintergrund Peenemündes ist es ein falsches und hoch problematisches Signal, den Standort erneut für Raketentests zu nutzen. Während des Dritten Reichs wurden hier die sogenannten ‚Wunderwaffen‘ des NS-Regimes, darunter die V2-Raketen, entwickelt. Diese Waffen wurden tausendfach gegen Städte und Zivilisten eingesetzt und verursachten insbesondere in London großes Leid.
Zugleich steht Peenemünde auch für das Leid der Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, die unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurden. Der Ort ist ein Mahnmal für die Verbrechen des Nationalsozialismus und die zerstörerischen Folgen militärischer Aufrüstung.
Vor diesem Hintergrund ist es befremdlich, dass ausgerechnet hier wieder an militärisch nutzbarer Raketentechnologie geforscht und getestet werden soll. Die Zusammenarbeit von Bundeswehr und Unternehmen wie Polaris steht für eine zunehmende Militarisierung, die der historischen Verantwortung nicht gerecht wird.
Unsere Lehre aus der Geschichte muss sein: Mehr Waffen schaffen keinen Frieden, sondern vergrößern das Leid. Peenemünde darf deshalb nicht erneut zu einem Symbol militärischer Aufrüstung werden.“

